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[Com] Zeit für Nostalgie: Eine Reise durch die Geschichte – Teil 2

Als wir beim letzten Mal mit „Und das war nur ein kleiner Ausschnitt aus all den Geschichten …“ geschlossen haben, war das nicht nur einfach so dahergeredet. Und wie ihr bemerkt habt, haben wir die anderen Teile der Reihe bisher noch nicht einmal angeschnitten. Schnappt euch also eine Tasse Kaffee oder Tee und reist mit uns ins Jahr 2001, dem Jahr, in dem Die Siedler IV auf den Markt kam.

Der Schritt von III auf IV war nicht so groß wie der vorherige, dennoch wurden ein paar Verbesserungen und Änderungen vorgenommen und einige völlig neue Völker eingeführt. KeepCalmCarry92 erinnert sich:

Das war ein irrig toller und lustiger Zusatz mit dem dunklen Volk, glaube es waren 15 Einzelspielmissionen, die Handel- , Such- und Kampfmissionen beinhalteten. Außerdem wieder wunderschöne Intros, wenn ich an den – glaub Morpheus hieß er – danke, der auf die Erde verbannt wurde und es gewohnt war auf dunklen Flecken zu wandern. Das wurde mein Lieblingsspiel, wenn es auch die Siedler III nur ganz knapp von Platz 1 verdrängte.

Und da es sich um die frühen 2000er handelte und sich das Internet immer größerer Beliebtheit erfreute, wurde eins immer mehr zu einer Sache, die die Leute miteinander verband: der Aufbau von Online-Communitys. Natürlich gab es damals schon den Online-Multiplayermodus, auch wenn das zu der Zeit bei Weitem noch nicht mit dem heutigen Ausmaß zu vergleichen war. Aber das Internet ist auch hauptsächlich ein Ort zum Kommunizieren, um sich über Hobbys auszutauschen und um nach Hilfe oder um Rat zu fragen. PennyUK hat uns diese Geschichte über Die Siedler IV erzählt:

Nach ein paar Tagen hatte ich ein Problem mit dem Spiel und keine Ahnung, wie ich es lösen sollte. Ich konnte nur hoffen, online etwas zu diesem Bug zu finden. Das Internet markiert einen Wendepunkt für mich. Meine Familie würde jetzt wahrscheinlich zustimmen, wenn auch aus anderen Gründen 😉

Ich stolperte über BBGC (Blue Byte Game Channel) und fand eine Community von Gleichgesinnten. Diese Multiplayer-Spiele waren mir bis dato völlig unbekannt, und ich wusste schon gar nicht, dass es für die Spiele tatsächlich Chatrooms gab. Wow. Da gab es viel zu lernen, und in den nächsten Jahren habe ich tatsächlich viel gelernt. Ich habe Tag und Nacht im BBGC verbracht und einfach nur mit anderen aus aller Welt gechattet. Mit der Zeit hatte ich genügend Selbstvertrauen aufgebaut, um gegen andere zu spielen.

Und wenn man die vielen Kommentare, Antworten und Vorschläge für das neue Siedler-Spiel liest und die Aufregung bezüglich der History Collection mitbekommt, wird einem schnell klar, dass sie nicht die Einzige ist, die diese Erfahrung gemacht hat.

Das Spiel alleine führte schon lange vor der Zeit der sozialen Medien und Discord zu verschiedenen kleineren Spielgruppen in verschiedenen Sprachen. Community-Websites tauchten auf, in denen das kollektive Wissen der Siedler-Community dem gesamten Internet zur Verfügung gestellt wurde. Als dann Spiele wie Die Siedler III auch noch einen Karteneditor enthielten, kamen noch mehr Websites und Foren dazu, noch mehr Wissen wurde geteilt.

KeepCalmCarry92: Als Schlusspunkt zu diesem Teil möchte ich noch der Community danken, die später selbsterstellte Karten hierzu veröffentlicht haben, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade beinhalteten und die teilweise eine große Auswahl an persönlichen Einstellungen zuließen. Ich spreche hier von meinen späteren Lieblingskarten, wie z.B. 6-er Metzel […] und Einherjer und die jeweiligen Völkermissionen Athos, Athene, Cleopatra, Caesar, welche wirklich eine Herausforderung waren. Vielen, vielen Dank für diese tollen Karten und tollen Stunden, die ich auf diesen Karten spielen durfte!!!

Wenden wir uns jetzt dem 5. Teil der Reihe zu, der einen ordentlichen Schritt in eine andere Richtung markierte, wenn man die verschiedenen Mechaniken betrachtet: Die Siedler konnten viel direkter gesteuert werden, Helden und eine Story-betonte Einzelspielerkampagne wurden eingeführt. Außerdem wurden die Grafiken in „Das Erbe der Könige“ etwas düsterer und realistischer. Viele Veteranen betrachteten dies als einen massiven Bruch mit der Originalreihe und dem „Erbgut“, dafür gewann dieser Teil jedoch neue Fans wie Melon:

Ich habe einige wunderbare Erinnerungen. Zum Beispiel die Folklung-Mission, sie war etwas eigenartig, da man nichts tun musste, um die Burg zu verteidigen. Aber wenn man mal eine starke Armee aufgebaut hatte und den Gegner überrannte, das war einfach toll.

Und natürlich waren die Texte beim Rekrutieren der Soldaten einfach super lustig: „Wie soll ich mich konzentrieren, wenn du mich kitzelst!“ oder „Ich schwöre, ich habe gerade einen Elefanten auf dem Baum da gesehen.“ Außerdem hatten wir die krassen Missionen der Erweiterung, vor allem die mit den Scharfschützen. Man musste die eigene Festung gegen unzählige Wellen gegnerischer Monster verteidigen. Ich bin total oft nur wegen einer neuen krassen Welle gescheitert und das hat mich echt total wütend gemacht, aber das war eine der besten Missionen, die ich je gespielt habe.

Zwei Jahre später wurde „Aufstieg eines Königreichs“ veröffentlicht, welches sich viele Jahre nach „Das Erbe der Könige“ abspielt. Es galt wieder Helden zu steuern, aber ansonsten brachte dieser Teil etwas vom „Gewusel“ zurück, für das die Reihe so bekannt war, oder, wie Mopster es formuliert: „Der 6. Siedler-Teil war ein Schritt zurück in die richtige Richtung, aber an die kleinen Sektoren musste man sich gewöhnen.“

Auch in Die Siedler 7 (2010) wurde die Karte in Bereiche aufgeteilt, aber dazu kommen wir später noch einmal. Mit dem 6. Teil kam etwas aus den ganz frühen Spielen wieder zurück, wenn auch in geringfügig anderer Form: Straßen! Durch den Bau von Straßen wurde die Geschwindigkeit erhöht, mit der sich die Siedler bewegten, und durch Gebäudeverbesserungen wurde zum Beispiel die Nutzung von Schubkarren ermöglicht.

Außerdem war der generelle Aufbau der Siedlungen anders: Früher fühlte man sich ganz dem Namen nach wie ein Kolonist. Die Siedlungen wurden von Grund auf erstellt und es wurde das Gefühl vermittelt, man würde einen Notaußenposten aufbauen, um die Reise oder Mission fortsetzen zu können.

In „Aufstieg eines Königreichs“ begann man zum ersten Mal mit einer fertigen Stadt. Man konnte sie mit einer Mauer umschließen und auf diese Weise klar zwischen den grundlegenden Produktionsgebäuden (Holzfäller, Jäger, Bergarbeiter) vor der Stadt und der Weiterverarbeitung wie Käserei, Weberei in ihrem Inneren unterscheiden.

In Die Siedler 7 wurden jetzt die Bereiche aus dem 6. Teil wieder aufgenommen und verschiedene Siegespraktiken hinzugefügt. Das führte bei diesem Titel zu einer aktiven, manchmal direkt erbitterten Multiplayer-Szene, wie muGGeSTuTz am eigenen Leib erfahren durfte:

Ich getraue mich also mal so spontan in ein 2vs2 und denk´ mir nix gross … alle chatten English wäre nicht so das Problem … und die Teams werden erstellt, das Spiel beginnt.
Nach gefühlten 5-10min. schreibt mich mein Teampartner an: „Send me Beer!!!“ … und ich so: „Guiness or Blonde? Cheers!“ mit ’nem Smilie hintendran… ich meine, ich hatte ja noch nichtmal eine Brauerei…

Ich glaube ich war da in eine Session von ultimativen Hardcore Teamsiedlern geraten, und in solchen würde man vermutlich die „Ressourcen-Wirtschaft“ sich gegenseitig effiziiert spielen – was ich aber nicht kannte. Nix von „jedem seine Siedlung“ – Nein: Industriezeitalter – hehe, oder so.

Nun, dies war dann ein eher kurzes Spiel, weil ich schlicht keinen „Plan“ davon hatte, wie man sich gegenseitig so organisiert hätte „pushen“ können.

Ich spiele es seither eher wieder ehm … „normal“ ?

Vielen von euch wurde in den letzten Wochen bestimmt klar: „Die Siedler“ ist eine Reihe von relativ ruhigen Aufbaustrategiespielen, man kann sich Zeit lassen und muss sich nicht beeilen wie in anderen Spielen. Wenn man aber gleichzeitig ein schnelleres Spiel mit mehr Wettbewerb erleben wollte, bot sich die Gelegenheit eindeutig ebenfalls.

Mit diesem kurzen Blick auf den Multiplayer-Modus von Die Siedler 7 nähern wir uns bereits dem Ende unserer kurzen Nostalgiereise. Wir haben festgestellt, dass mit allen Spielen der Siedler-Reihe positive Erinnerungen verbunden sind, und das trotz der unbestreitbaren Änderungen im Laufe der Jahre, weshalb Spieler unterschiedliche Favoriten wählten.

Vielen Dank, dass ihr eure Geschichten und euren tollen Enthusiasmus bezüglich der History Collection und dem neuen von uns angekündigten „Die Siedler“ mit uns geteilt habt. Wir freuen uns, in den nächsten Wochen und Monaten mehr „Siedler-Kram“ mit euch zu besprechen und vielleicht sogar das eine oder andere Multiplayer-Spiel zu spielen.

Wie hat euch diese Nostalgiereise gefallen? Erfreut ihr euch bereits der History Collection?

Ein Kommentar

  1. kaidu

    Ich fand, Siedler VII ist nach Siedler I das erste Spiel der Reihe, das wirklich originelle und mutige Neuerungen hatte. Bei Siedler III und V hatte ich zu sehr das Gefühl, dass man sich an der Age of Empires Reihe orientieren wollte. Leider war Siedler noch nie ein gutes Echtzeitstrategiespiel. Stärken und Fokus lagen immer im Aufbaupart. Hier hat mir bei Siedler VII auch sehr gut gefallen, dass die Wirtschaft nicht mehr länger nur auf das Militär ausgerichtet war und es nicht militärische Siegoptionen gab.